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Der Weihnachtsabend

Fünftes Kapitel. Das Ende.

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (1812 bis 1870)
Übersetzer: Richard Zoozmann (1863 bis 1934)

Ja, und es war sein eigener Bettpfosten. Es war sein Bett und sein Zimmer. Und was das Glücklichste und Beste war: die Zukunft gehörte ihm, um sich zu bessern.
"Ich will in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft leben", wiederholte Scrooge, als er aus dem Bette kletterte. "Die Geister von allen dreien sollen in mir lebendig sein. O, Jakob Marley! Der Himmel sei dafür gepriesen und die Weihnachtszeit! Ich sage es auf meinen Knien, alter Jakob, auf meinen Knien."
Er war von seinen guten Vorsätzen so durchflammt und außer sich, dass seine bebende Stimme auf seinen Ruf kaum antworten wollte. Während seines Ringens mit dem Geiste hatte er bitterlich geweint, und sein Gesicht war noch nass von den Tränen.
"Sie sind nicht herabgerissen," rief Scrooge, eine der Bettgardinen an die Brust drückend, "sie sind nicht herabgerissen. Sie sind da, ich bin da, die Schatten der Dinge, die da kommen, können vertrieben werden. Ja, ich weiß es, ich weiß es gewiss." Während dieser ganzen Zeit beschäftigten sich seine Hände mit den Kleidungsstücken: er zog sie verkehrt an, zerriss sie, verlegte sie und machte damit allerhand tolle Sprünge.
"Ich weiß nicht, was ich tue", rief Scrooge in einem Atem weinend und lachend und mit seinen Strümpfen einen wahren Laokoon aus sich machend. - "Ich bin leicht wie eine Feder, selig wie ein Engel, vergnügt wie ein Schulknabe, schwindlig wie ein Trunkener. Fröhliche Weihnachten allen Menschen! Ein glückliches Neujahr der ganzen Welt! Hallo! Hussa! Hurra!"
Er war in das Wohnzimmer gesprungen und blieb jetzt darinnen ganz außer Atem stehen.
"Da ist die Schüssel, in der die Suppe war!" rief Scrooge, indem er um den Kamin herumsprang. "Da ist die Tür, durch die Jakob Marleys Geist herein kam, da ist die Ecke, wo der Geist der heurigen Weihnachten saß, da ist das Fenster, wo ich die ruhelosen Geister sah! Es ist alles richtig, es ist alles wahr, es ist alles geschehen. Hahahaha!"
Für einen Mann, der so lange Jahre aus der Gewohnheit war, musste man es wirklich ein vortreffliches Lachen nennen, ein herrliches Lachen. Es war der Vater einer langen, langen Reihe herrlicher Lachsalven!
"Ich weiß nicht, den wievielten wir heute haben", rief Scrooge. "Ich weiß nicht, wie lange ich unter den Geistern gewesen bin. Ich weiß gar nichts. Ich bin wie ein neugeborenes Kind. Es schadet nichts. Ist mir einerlei. Ich will lieber ein Kind sein. Hallo! Hussa! Hurra!"
Er wurde in seinen Freudenausbrüchen von dem Geläute der Kirchenglocken unterbrochen, die ihm so lustiglich zu klingen schienen, wie nie vorher. Bim -baum, kling - klang, bim - baum. Nein, es war zu herrlich, zu herrlich!
Er lief zum Fenster, öffnete es und steckte den Kopf hinaus. Kein Nebel: ein klarer, lustigheller, frischfroher Morgen, eine Kälte, die dem Blute einen Tanz vorpfiff, goldenes Sonnenlicht, ein himmlischer Himmel, lieblich-erquickende Luft, fröhliche Glocken. O, wie herrlich, wie herrlich!
"Was ist denn heute für ein Tag, mein Junge?" fragte Scrooge. "Heute?" antwortete der Knabe. "Nun, Christtag."
"Es ist Christtag", sagte Scrooge zu sich selber. "Ich habe ihn also nicht versäumt. Die Geister haben alles in einer Nacht erledigt. Sie können alles, was sie wollen. Natürlich, natürlich. - Heda, mein Junge!"
"Was denn!" antwortete der Knabe.
"Weißt du des Geflügelhändlers Laden in der zweitnächsten Straße an der Ecke?" fragte Scrooge.
"Ei, warum denn nicht?" antwortete der Junge.
"Ein gescheiter Junge", nickte Scrooge. "Ein merkwürdiger Junge! Weißt du nicht, ob der Preistruthahn, der dort hing, verkauft ist? Nicht der kleine Preistruthahn, sondern der große."
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Der Weihnachtsabend:
1. Kapitel: Marleys Geist.
2. Kapitel: Der erste der drei Geister.
3. Kapitel: Der zweite der drei Geister.
4. Kapitel: Der letzte der drei Geister.
5. Kapitel: Das Ende.






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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsabend - Fünftes Kapitel. Das Ende.


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