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Der Weihnachtsabend

Zweites Kapitel. Der erste der drei Geister.

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (1812 bis 1870)
Übersetzer: Richard Zoozmann (1863 bis 1934)

Als Scrooge wieder erwachte, war es so finster, dass er das durchsichtige Fenster kaum von den Wänden seines Zimmers unterscheiden konnte. Er bemühte sich, die Finsternis mit seinen Katzenaugen zu durchdringen, als die Glocke eines Turmes in der Nachbarschaft viertelte. Er lauschte, um die Stunde schlagen zu hören.
Zu seinem großen Erstaunen schlug aber die Glocke fort, von sechs zu sieben, von sieben zu acht und so weiter bis zwölf; dann schwieg sie.
Zwölf! Es war zwei vorüber gewesen, als er sich zu Bett gelegt hatte. Das Uhrwerk musste falsch gehen. Ein Eiszapfen musste zwischen die Räder gekommen sein. Zwölf!
Er drückte an die Feder seiner Repetieruhr, um die verrückte Glocke zu kontrollieren. Ihr kleiner lebhafter Puls schlug zwölf und schwieg.
"Was! es ist doch nicht möglich," sagte Scrooge, "ich sollte den ganzen Tag und tief in die andere Nacht hinein geschlafen haben? Es ist doch nicht möglich, dass der Sonne etwas passiert wäre, und dass es mittags um zwölf ist?"
Mir diesen unruhigen Gedanken beschäftigt stieg er aus dem Bett und tappte nach dem Fenster. Er musste das Eis erst wegkratzen und das Fenster mit dem Ärmel seines Schlafrockes abwischen, ehe er etwas sehen konnte, und auch nachher konnte er nur sehr wenig sehen. Alles, was er gewahren konnte, war, dass es noch sehr neblig und sehr kalt war, und dass man nicht den Lärm hin und her eilender Leute hörte, wenn Nacht den hellen Tag ganz und gar vertrieben und von der Welt genommen hätte. Das war ein großer Trost, weil "drei Tage nach Sicht bezahlen Sie diesen Primawechsel an Mr. Ebenezer Scrooge oder dessen Order usw." eine bloße Vereinigte-Staaten- Sicherheit gewesen wäre, wenn es keine Tage mehr gab, um danach zu zählen.
Scrooge legte sich wieder ins Bett und dachte darüber hin und her, konnte aber zu keinem Schlusse kommen. Je mehr er nachdachte, desto verwirrter wurde er, und je mehr er sich bestrebte, nicht nachzudenken, desto mehr dachte er nach. Marleys Geist machte ihm viel zu schaffen. Immer, immer, wenn er nach reiflicher Überlegung zu dem festen Entschluss gekommen war, das Ganze nur für einen Traum zu halten, flog sein Geist wie eine starke vom Druck befreite Feder wieder in die alte Lage zurück und legte ihm erneut dieselbe Frage vor, die er schon zehnmal überlegt hatte: War es ein Traum oder nicht?
Scrooge blieb in diesem Zustand liegen, bis es wieder drei Viertel schlug. Da besann er sich plötzlich, dass der Geist ihm eine Erscheinung mit dem Schlage eins versprochen hatte. So beschloss er wach zu bleiben, bis die Stunde vorüber sei, und wenn man bedenkt, dass er ebenso wenig schlafen, als in den Himmel kommen konnte, war dies gewiss der klügste Entschluss, den er fassen konnte.
Die Viertelstunde war so lang, dass es ihm mehr als einmal vorkam, er müsste unversehens in Schlaf gefallen sein und die Uhr überhört haben. Endlich vernahm sein lauschendes Ohr die Glocke.
"Bim, baum!"
"Ein Viertel", sagte Scrooge zählend.
"Bim, baum!"
"Halb", sagte Scrooge.
"Bim, baum!"
"Drei Viertel", sagte Scrooge.
"Bim, baum!"
"Voll!" rief Scrooge freudig, "und weiter nichts!"
Er sprach das, ehe die Stundenglocke schlug, was sie jetzt mit einem tiefen, hohlen, melancholischen Eins tat. In demselben Augenblicke wurde es hell in dem Zimmer, und die Vorhänge seines Bettes wurden geöffnet.
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Der Weihnachtsabend:
1. Kapitel: Marleys Geist.
2. Kapitel: Der erste der drei Geister.
3. Kapitel: Der zweite der drei Geister.
4. Kapitel: Der letzte der drei Geister.
5. Kapitel: Das Ende.






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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsabend - Zweites Kapitel. Der erste der drei Geister.


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