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Der Weihnachtsabend

Viertes Kapitel. Der letzte der drei Geister.

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (1812 bis 1870)
Übersetzer: Richard Zoozmann (1863 bis 1934)

Die Erscheinung kam langsam, feierlich, schweigend auf ihn zu. Als sie herangekommen war, fiel Scrooge auf die Knie nieder, denn selbst die Luft, durch die sich der Geist bewegte, schien geheimnisvolles Grauen um sich zu verbreiten.
Die Erscheinung war verhüllt in einem schwarzen, weiten Mantel, der nichts von ihr sehen ließ, als eine ausgestreckte Hand. Wenn diese nicht gewesen wäre, würde es einem schwer angekommen sein, die Gestalt von der Nacht zu trennen, die sie umgab! Als sie neben ihm stand, fühlte er, dass sie groß und stattlich wäre und dass ihn ihre geheimnisvolle Gegenwart mit einem feierlichen Grauen erfüllte. Er wusste weiter nichts, denn der Geist sprach und bewegte sich nicht.
"Ich stehe vor dem Geist der zukünftigen Weihnachten?" fragte Scrooge.
Der Geist antwortete nicht, sondern wies mit der Hand zur Erde hinab.
"Du willst mir die Schatten der Dinge zeigen, die noch nicht geschehen sind, aber noch geschehen werden?" fuhr Scrooge fort. Willst du das Geist?"
Der obere Teil der Verhüllung bauschte sich auf einen Augenblick in Falten, als ob der Geist sein Haupt neige; dies war die einzige Antwort, die Scrooge erhielt.
Obgleich schon so ziemlich an gespenstische Gesellschaft gewöhnt, bangte Scrooge vor der stummen Erscheinung doch so sehr, dass seine Knie wankten und er kaum noch stehen konnte, als er sich ihr zu folgen bereit machte. Der Geist stand für einen Augenblick still, als bemerkte er die Furcht seines Begleiters und als wolle er ihm Zeit lassen, sich zu erholen.
Aber Scrooge befand sich dadurch noch schlechter. Ein fremdes, unbestimmtes Grausen durchbebte ihn bei dem Gedanken, dass sich hinter diesem schwarzen Schleier gespenstische Augen fest auf ihn heften könnten, während er, obgleich er seine Augen aufs Äußerste anstrengte, doch nichts sehen konnte als die gespenstische Hand und eine große, schwarze Faltenmasse. "Geist der Zukunft," ich fürchte dich mehr als die Geister, die ich schon gesehen habe. Aber da ich weiß, dass es dein Zweck ist, mit Gutes zu tun, und da ich noch zu leben hoffe, um ein anderer Mensch zu werden, als ich bisher war, bin ich willens, dich zu begleiten und tue es mit einem dankerfüllten Herzen. - Willst du nicht zu mir sprechen?"
Die Gestalt gab ihm keine Antwort. Die Hand wies gerade vor ihm hin in die Ferne.
"Führe mich", bat Scrooge. "Führe mich, die Nacht schwindet schnell, und die Zeit ist für mich kostbar. Führe mich, Geist." Die Erscheinung bewegte sich ebenso von ihm weg, wie sie auf ihn zugekommen war. Scrooge folgte dem Schatten ihres Gewandes, der ihn aufhob und von dannen trug.
Kaum war es, als ob sie in die City träten; denn die City schien rings um sie her mehr in die Höhe zu wachsen und sie zu umdrängen. Aber sie waren doch mitten in ihrem Herzen, auf der Börse unter den Kaufleuten, die geschäftig hin und her eilten, mit dem Gelde in ihren Taschen klimperten, in Gruppen miteinander sprachen, nach der Uhr sahen und gedankenvoll mit den großen, goldenen Petschaften an den Uhrketten spielten, wie Scrooge es schon so oft gesehen hatte.
Der Geist blieb bei einer Gruppe von Kaufleuten stehen, und Scrooge sah, dass die Hand der Erscheinung darauf hinwies; daher näherte er sich ihnen, um ihr Gespräch zu belauschen. "Nein, ich weiß nicht viel davon zu sagen", sagte ein großer fetter Mann mit einem ungeheuren Unterkinn. "Ich weiß nur, dass er tot ist."
"Wann starb er denn?" fragte ein anderer.
"Vorige Nacht, glaub ich."
"Mein Gott, was ist denn dem eingefallen?" mischt sich ein Dritter ein, der dabei eine große Prise aus einer sehr großen Dose nahm. "Ich glaubte, der würde nie sterben."
"Weiß Gott, wie es zugeht", sagte der Erste und gähnte. "Was hat er mit seinem Gelde angefangen?" fragte ein Herr mit einem roten Gesicht und einem Auswuchs an der
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Der Weihnachtsabend:
1. Kapitel: Marleys Geist.
2. Kapitel: Der erste der drei Geister.
3. Kapitel: Der zweite der drei Geister.
4. Kapitel: Der letzte der drei Geister.
5. Kapitel: Das Ende.






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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsabend - Viertes Kapitel. Der letzte der drei Geister.


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