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Der Weihnachtsabend

Erstes Kapitel. Marleys Geist.

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens - Seite 3
Übersetzer: Richard Zoozmann

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"Neffe," antwortete der Onkel erbost, "feiere du Weihnachten nach deiner Art und lass es mich nach meiner feiern." "Feiern!" wiederholte Scrooges Neffe; "aber Sie feiern es ja nicht."
"Lass mich ungeschoren", brummte Scrooge. "Mag es dir Nutzen bringen! Viel genutzt hat es dir schon."
"Es gibt viele Dinge, die mir hätten nutzen können und die ich nicht benutzt habe, das weiß ich," antwortete der Neffe, "und Weihnachten ist eins von ihnen. Aber ich weiß gewiss, dass ich Weihnachten, abgesehen von der Bescherung, die wir seinem heiligen Namen und Ursprung schuldig sind, immer als eine gute Zeit betrachtet habe, wenn es gekommen ist, als eine liebe Zeit, als die Zeit der Vergebung und Barmherzigkeit, als die einzige Zeit, die ich in dem ganzen langen Jahreskalender kenne, wo die Menscheneinträchtig ihre verschlossenen Herzen auftun und die andern Menschen ansehen, als wenn sie wirklich Reisegefährten nach dem Grabe wären und nicht eine ganz andere Art von Geschöpfen, die einen ganz andern Weg gehen. Und daher, Onkel, wenn es mir auch niemals ein Stück Gold oder Silber in die Tasche gebracht hat, daher glaube ich doch, es soll mir Gutes tun und es wird mir Gutes tun, und ich sage: Gott segne das Weihnachtsfest!"
Der Diener in dem Burgverliese draußen applaudierte unwillkürlich; aber im Augenblick darauf fühlte er auch die Unschicklichkeit seines Betragens, schürte die Kohlen und verlöschte dadurch die letzten kleinen Funken unwiederbringlich.
"Wenn Sie darin mich noch einen einzigen Laut hören lassen," sagte Scrooge, "so feiern Sie Ihre Weihnachten mit dem Verlust Ihrer Stelle. - Du bist ein ganz gewaltiger Redner", fügte er dann hinzu, sich zu seinem Neffen wendend. "Es wundert mich, dass du noch nicht ins Parlament gekommen bist!"
"Seien Sie nicht böse, Onkel. Essen Sie morgen mit uns." Scrooge sagte, dass er ihn erst verdammt sehen wollte; ja wahrhaftig, er sprach sich ganz deutlich aus.
"Aber warum?" rief Scrooges Neffe, "warum denn?"
"Warum hast du dich verheiratet?" fragte Scrooge.
"Weil ich mich verliebte."
"Weil er sich verliebte!" brummte Scrooge, als ob dies das einzig Ding in der Welt wäre, das noch lächerlicher als eine schöne Weihnacht sei. "Guten Abend!"
"Aber Onkel, Sie haben mich ja auch vorher nie besucht. Warum soll es da ein Grund sein, mich jetzt nicht zu besuchen?"
"Guten Abend!" sagte Scrooge.
"Ich brauche nichts von Ihnen, ich verlange nichts von Ihnen, warum können wir nicht gute Freunde sein?"
"Guten Abend!" sagte Scrooge.
"Ich bedaure wirklich von Herzen, Sie so hartnäckig zu finden. Wir haben nie einen Zank miteinander gehabt, an dem ich Schuld gewesen wäre. Aber ich habe den Versuch gemacht, Weihnachten zu Ehren, und ich will meine Weihnachtsstimmung bis zuletzt behalten. Fröhliche Weihnachten, Onkel!"
"Guten Abend!" sagte Scrooge.
"Und ein glücklich Neujahr!"
"Guten Abend!" sagte Scrooge.
Aber doch verließ der Neffe das Zimmer ohne ein böses Wort. An der Haustür blieb er dann stehen, um mit dem Glückwunsche des Tages den Kommis zu begrüßen, der trotz aller Kälte dennoch wärmer war als Scrooge, denn er gab den Gruß freundlich zurück.
"Das ist auch so ein Kerl!" brummte Scrooge, der es hörte. "Mein Kommis, mit fünfzehn Schilling die Woche und Frau und Kindern, spricht von fröhlichen Weihnachten. Ich gehe nach Bedlam."
Der Kommis hatte, indem er den Neffen hinausließ, zwei andere Personen eingelassen. Es waren zwei behäbige, wohlansehnliche Herren, die jetzt, mit dem Hute in der Hand, in
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Der Weihnachtsabend:
1. Kapitel: Marleys Geist.
2. Kapitel: Der erste der drei Geister.
3. Kapitel: Der zweite der drei Geister.
4. Kapitel: Der letzte der drei Geister.
5. Kapitel: Das Ende.






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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsabend - Erstes Kapitel. Marleys Geist.