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Der Weihnachtsabend

Erstes Kapitel. Marleys Geist.

Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens - Seite 4
Übersetzer: Richard Zoozmann

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Scrooges Kontor standen. Sie hatten Bücher und Papiere unterm Arm und verbeugten sich.
"Scrooge und Marley, glaube ich", sagte einer der Herren, indem er auf eine Liste sah. "Hab ich die Ehre, mit Mr. Scrooge oder mit Mr. Marley zu sprechen?"
"Mr. Marley ist seit sieben Jahren tot", antwortete Scrooge. "Er starb heute vor sieben Jahren."
"Wir zweifeln nicht, dass sein überlebender Kompagnon ganz seine Freigebigkeit besitzen wird", sagte der Herr, indem er sein Beglaubigungsschreiben hinreichte.
Er hatte auch ganz recht, denn es waren zwei verwandte Seelen gewesen. Bei dem ominösen Wort Freigebigkeit runzelte Scrooge die Stirn, schüttelte den Kopf und gab das Papier zurück.
"An diesem festlichen Tage des Jahres, Mr. Scrooge," sagte der Herr, eine Feder ergreifend, "ist es mehr als sonst wünschenswert, wenigstens einigermaßen für die Armut zu sorgen, die zu dieser Zeit in großer Bedrängnis lebt. Vielen Tausenden fehlen selbst die notwendigen Bedürfnisse, Hunderttausenden die notdürftigsten Bequemlichkeiten des Lebens."
"Gibt es keine Gefängnisse?" fragte Scrooge.
"Überfluss an Gefängnissen", sagte der Herr, die Feder wieder hinlegend.
"Und die Union-Armenhäuser?" fragte Scrooge. "Bestehen die noch?"
"Allerdings," antwortete der Herr, "aber doch wünschte ich, sie brauchten weniger in Anspruch genommen zu werden." "Tretmühle und Armengesetz sind in voller Kraft"? sagte Scrooge.
"Beide haben alle Hände voll zu tun."
"So? Nach dem, was Sie zuerst sagten, fürchtete ich, es halte sie etwas in ihrem nützlichen Gange auf", sagte Scrooge. "Ich freue mich, das Gegenteil zuhören."
"In der Überzeugung, dass sie doch wohl kaum imstande sind, der Seele oder dem Leibe der Armen christliche Stärkung zu geben," entgegnete der Herr, "sind einige von uns zur Veranstaltung einer Sammlung zusammengetreten, um für die Armen Nahrungsmittel und Feuerung anzuschaffen. Und wir wählen diese Zeit, weil sie vor allen andern eine Zeit ist, wo der Mangel am bittersten gefühlt wird und nur der Reiche sich freut. Welche Summe soll ich für Sie aufschreiben?"
"Nichts", antwortete Scrooge.
"Sie wünschen ungenannt zu bleiben?"
"Ich wünsche, dass man mich in Ruhe lasse", sagte Scrooge. "Da Sie mich fragen, meine Herren, was ich wünsche, so ist eben dies meine Antwort. Ich freue mich selbst nicht zu Weihnachten und habe nicht die Mittel, mit meinem Gelde Faulenzern Freude zu machen. Ich trage meinen Teil zu den Anstalten bei, die ich genannt habe; sie kosten genug, und wem es schlecht geht, der mag dorthin gehen!"
"Viele können nicht hingehen, und viele würden eher sterben."
"Wenn sie eher sterben würden," sagte Scrooge, "so wäre es gut, wenn sie es täten und die überflüssige Bevölkerung dadurch verminderten. Übrigens, Sie werden es entschuldigen, ich weiß nichts davon."
"Aber Sie könnten es wissen", bemerkte der Herr.
"Es kümmert mich nichts", antwortete Scrooge. "Es genügt wenn ein Mann sein Geschäft versteht und sich nicht in das anderer Leute mischt. Das meinige nimmt meine ganze Zeit in Anspruch. Guten Abend meine Herren!"
Da sie deutlich einsahen, wie vergeblich weitere Versuche sein würden, zogen sich die Herren zurück. Scrooge setzte sich wieder an die Arbeit mit einer erhöhten Meinung von sich selbst und in einer besseren Laune, als gewöhnlich.
Nebel und Finsternis hatten inzwischen so zugenommen, dass die Leute mit brennenden Fackeln herumliefen, um den Wagen vorzuleuchten. Der alte Kirchturm, dessen brummende alte Glocke unverwandt aus einem alten gotischen Fenster in der Mauer auf Scrooge gar
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Der Weihnachtsabend:
1. Kapitel: Marleys Geist.
2. Kapitel: Der erste der drei Geister.
3. Kapitel: Der zweite der drei Geister.
4. Kapitel: Der letzte der drei Geister.
5. Kapitel: Das Ende.






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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsabend - Erstes Kapitel. Marleys Geist.