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Die Schneekönigin

Das kleine Räubermädchen

Weihnachtsmärchen von Hans Christian Andersen - Seite 2

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Klemme halten, sonst springt er von uns fort. An jedem Abend kitzele ich ihn mit meinem scharfen Messer, davor fürchtet er sich!" und das kleine Mädchen zog ein langes Messer aus einer Spalte in der Mauer und ließ es über des Renntiers Hals hingleiten. Das arme Tier schlug mit den Beinen aus, aber das kleine Räubermädchen lachte und zog dann Gretchen mit in das Bett hinein.
"Willst du das Messer behalten, wenn du schläfst?" fragte Gretchen, und blickte etwas furchtsam nach demselben.
"Ich schlafe immer mit dem Messer!" sagte das kleine Räubermädchen. "Man weiß nie, was vorfallen kann. Aber erzähle mir nun wieder, was du mir vorhin von dem kleinen Karl erzähltest, und weshalb du in die weite Welt hinausgegangen bist." Gretchen erzählte wieder von vorn an, und die Waldtauben knurrten oben im Käfig und die andern Tauben schliefen. Das kleine Räubermädchen legte ihren Arm um Gretchens Hals, hielt das Messer in der anderen Hand und schlief, dass man es hören konnte, aber Gretchen konnte ihre Augen nicht schließen, sie wusste nicht, ob sie leben oder sterben würde. Die Räuber saßen rings um das Feuer, sangen und tranken, und das Räuberweib schoss Purzelbäume. O, es war ganz gräulich für das kleine Mädchen mit anzusehen.
Da sagten die Waldtauben: "Kurre, kurre! Wir haben den kleinen Karl gesehen. Ein weißes Huhn trug seinen Schlitten, er saß im Wagen der Schneekönigin, welche dicht über den Wald hinfuhr, als wir im Neste lagen; sie blies auf uns Junge, und außer uns beiden starben alle; Kurre! Kurre!"
"Was sagt ihr da oben?" rief Gretchen. "Wohin reiste die Schneekönigin? Wisst ihr etwas davon?"
"Sie reiste wahrscheinlich nach Lappland, denn dort ist immer Schnee und Eis! Frage das Renntier, welches am Strick angebunden steht."
"Dort ist Eis und Schnee, dort ist er herrlich und gut!" sagte das Renntier; "dort springt man frei umher in den großen glänzenden Tälern; dort hat die Schneekönigin ihr Sommerzelt, aber ihr festes Schloss hat sie droben gegen den Nordpol, auf der Insel, die Spitzbergen genannt wird!"
"O Karl, kleiner Karl!" seufzte Gretchen.
"Nun musst du still liegen", sagte das Räubermädchen, "sonst stoße ich dir das Messer in den Leib!"
Am anderen Morgen erzählte Gretchen ihr Alles, was die Waldtauben gesagt hatten, und das kleine Räubermädchen sah ganz ernsthaft aus, nickte aber mit dem Kopf und sagte: "Das ist einerlei, das ist einerlei! - Weißt du wo Lappland ist?" fragte sie das Renntier. "Wer könnte es wohl besser wissen als ich!" sagte das Tier, und die Augen funkelten ihm im Kopfe. "Dort bin ich geboren und erzogen, dort bin ich auf den Schneefeldern herum gesprungen."
"Höre!", sagte das Räubermädchen zu Gretchen, "du siehst, alle unsere Mannsleute sind fort, jedoch die Mutter ist noch hier und sie bleibt zu Hause. Gegen Mittag aber trinkt sie aus der großen Flasche und schlummert dann ein wenig darauf; - dann werde ich etwas für dich tun!" Nun sprang sie aus dem Bett, fuhr der Mutter um den Hals, zog sie am Knebelbart und sagte: "Mein einzig lieber Ziegenbock, guten Morgen!" Die Mutter gab ihr Nasenstüber, dass die Nase rot und blau wurde, aber Alles aus lauter Liebe.
Als die Mutter dann aus der Flasche getrunken hatte und darauf einschlief, ging das Räubermädchen zum Renntier hin und sagte: "Ich könnte große Freude davon haben, dich noch manches mal mit dem scharfen Messer zu kitzeln, denn dann bist du so possierlich; aber das ist einerlei, ich will deine Schnur lösen und dir hinaushelfen, damit du nach Lappland laufen kannst. Du musst aber tüchtig springen und dieses kleine Mädchen zum Schloss der Schneekönigin bringen, wo ihr Spielkamerad ist. Du hast wohl gehört, was sie erzählte, denn sie sprach laut genug und du lauschtest."
Das Renntier sprang vor Freude hoch empor. Das Räubermädchen hob das kleine Gretchen hinauf und hatte die Vorsicht, sie fest zu binden, ja sogar ihr ein kleines Kissen zum Sitzen zu
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Die Schneekönigin:
1. Geschichte, welche von dem Spiegel und den Scherben handelt.
2. Geschichte: Ein kleiner Knabe und ein kleines Mädchen
3. Geschichte: Der Blumengarten bei der Frau, welche zaubern konnte.
4. Geschichte: Prinz und Prinzessin
5. Geschichte: Das kleine Räubermädchen
6. Geschichte: Die Lappin und die Finnin
7. Geschichte: Von dem Schlosse der Schneekönigin, und was sich später darin zutrug






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